Gedichte (II) – Lorenzo Calogero nella traduzione di Stefanie Golisch

[STEFANIE GOLISCH]

Im Zeichen extremer Spannungen vollzieht sich das Leben des italienischen Dichters und Arztes Lorenzo Calogero ( 1910-1961). Als es ihm im März 1961 in einem dritten Versuch gelingt, seinem Leben ein Ende zu setzen, haben sich seine Kräfte längst erschöpft. Zu groß sind die körperlichen und seelischen Belastungen geworden, um ihnen länger stand zu halten. Calogero hat sich in seinem Lebenskampf, der um zwei große Themen, die Liebe und die Poesie, kreist, verausgabt und hat am Ende verloren.

Lorenzo Calogero – Poesie (Gedichte)

Gelide parvenze

Gelide parvenze, la vita acre dei segni
conosco. Non è finito lo spazio.
Io mi corrompo. Non so l’aurora quale il ladro
del tempo rapido senza scampo. È murmure
il suo sonno a una risposta a sommo
di una tomba nascosta che ti trasporta,
e, di trasporto in trasporto, è il suono
dell’essere felice, gioia non tersa
calma nel suo fondo. E se nel suo velo
un corpo dietro un passo senza peso
vede, triste io ti domando. I cieli
sono sciupati, emersi dentro un raggio.
Nell’isola che li contiene
è una rondine felice.

Eisige Erscheinungen

Eisige Erscheinungen, das herbe Leben der Zeichen
kenne ich. Nicht endlich ist der Raum.
Ich lasse mich täuschen. Ich weiß die Morgenröte nicht,
den Zeitdieb, rasch, ausweglos. Ein Murmeln
ist sein Schlaf auf eine Antwort auf der Höhe eines
verborgenen Grabes, deinem Wegweiser
und, von Wegweiser zu Wegweiser, ist es das Geräusch
glücklicher Wesen, unreiner Freude
ruhig an ihrem Grund. Und wenn sie in ihrem Schleier
einen Leib hinter sich sieht, einen schwerelosen Schritt,
frage ich dich traurig. Die verbrauchten Himmel
tauchen auf in einem Strahl.
In der sie bergenden Insel
ist eine glückliche Schwalbe.

*

Angelo della mattina

Angelo della mattina
risvegliami ancora
per la nuova fulgente aurora
che s’arrossa sull’orizzonte o s’incrina.

Io sono uno strano mendicante
che chiede amore e parole,
sono un solitario emigrante
verso le terre della luce e del sole.

Vienimi coi tuoi fulgori,
angelo che non ristai,
coi tuoi infiniti fulgori
colle movenze che tu sai,

e crescimi delle meraviglie,
di quanto raccogli negli occhi neri,
degli infiniti misteri
che tu celi dentro l’arco dei cigli.

Fammi conoscere ciò che tu conosci
i riflessi della tua bocca chiara;
mutevolmente nel mio cuore già amara
è una musica una magica forma, in una pioggia che scrosci.

Engel des Morgens

Engel des Morgens,
weck’ mich wieder für die neue
schimmernde Frühe, die den Himmel
rötet oder zerreißt.

Ich bin ein seltsamer Bettler
um Liebe und Worte,
ein einsamer Wanderer
gegen das Licht- und Sonnenland.

Trag’ mir dein Glänzen zu,
wandernder Engel,
in deinem unendlichen Glänzen
deinen wissenden Gebärden,

und lass mich wachsen im Wunderbaren,
das du in den schwarzen Augen
ewiger Rätsel sammelst
und unter Wimpernbögen verbirgst.

Lass mich wissen, was du weißt
wie dein Mund sich spiegelt;.
wandelbar ist in meinem verbitterten Herzen
eine Musik, eine magische Gestalt unterm prasselnden Regen.

*

Lettere d’amore

Mandai lettere d’amore
ai cieli, ai venti, ai mari,
a tutte le dilagate
forme dell’universo.
Essi mi risposero
in una rugiadosa
lentezza d’amore
per cui riposai
su le arse cime frastagliate loro
come su una selva di vento.

Mi nacque un figlio dell’oceano.

Liebesbriefe

Den Himmeln, Winden, Meeren
allen verfließenden Formen des Universums
schickte ich Liebesbriefe.
Sie antworteten mir
mit taufeuchter
Langsamkeit der Liebe,
und ich legte mich
auf ihren versengten Gipfelzacken
nieder wie auf einen Windwald.

Vom Ozean kam mir ein Sohn zur Welt.

*

L’opera

L’opera
non cade mai,
non si frantuma,
rimane eterna.
Gioiosa o mesta,
entusiasta e molteplice,
rimanendo immutata
ai colpi del tempo,
è testimone
di un tempo immortale.

La sua nuda fronte
rimane ferma, soda
sotto i raggi del sole che l’indora
fra i pollici fissi dell’universo.

Da essa a volte cadono scintille
che indorano la bruna chioma
dei fanciulli che vanno a scuola
svegliandoli dal letargo
nel primo entusiasmo.

Das Werk

Das Werk
fällt niemals
zerbricht nicht,
ist ewig.
Froh oder traurig
begeistert und vielgestaltig,
unwandelbar vor den
Schlägen der Zeit,
bezeugt es
eine unsterbliche Zeit.

Unbewegt seine nackte Stirn,
fest unter den Sonnenstrahlen,
die es zwischen den reglosen
Daumen des Universums vergoldet.

Dann und wann stieben Funken
von ihm, die das braune Haar
der Schulkinder vergoldet
und ihren Schlaf
zu erster Begeisterung weckt.

*

Abiti, svolazzanti cappelli

Abiti, svolazzanti cappelli
e guanti portano e l’alito
di una canzone che batte in fronte
e il mesto bagliore degli occhi
trattiene; e se i venti
sono senza confine, ecco,
sulle tegole rosse, appaiono
leggere le muse; e cime
e città fantastica stanno con gioia,
ora che olio versa
da una vana lucerna una vana fanciulla
e paesi persi del tempo
in una luce che li smorza gemono
in una vana rincorsa.

Kleider, flatternde Hüte

Kleider, flatternde Hüte
und Handschuhe tragen sie und den Hauch
eines Liedes, der an die Stirn schlägt,
und das traurige Schimmern der Augen
zurückhält; und sind die Winde
grenzenlos, dann erscheinen
auf roten Dachpfannen leichtfüßig
die Musen; und Freude erfüllt die Gipfel
und die phantastische Stadt
nun, wo Öl aus einer vergeblichen Lampe tropft,
einem vergeblichen Mädchen
und zeitverlorene Orte
in einem sie dämpfenden Lichte stöhnen,
in einem vergeblichen Anlauf.

*

Guarda a lato

Guarda a lato. Non più risuona
il plinto giallo. S’inacerba
il rumore non più giovane.
Non giova più sull’erba la memore
dipinta lapide di cristallo.

A partire da qui non più lenta
sonora scorre l’origine
ad alta voce o la cima
e si sfogliano i giacinti.

Tu giungi! L’ora veloce,
l’odore a stella, queste piccole
idee come un talismano
nelle isole e lo stretto necessario
cadono.
Marcisce un flauto
alla fine debole di un anno,
il riso del seno nell’ala vorace
al brusco secco tonfo del tempo
dell’aria abbassata.

Ieri come oggi sonnolente
anella erano e, nel viso sparso
secco confuso, la fine aerea
ferma di un’altra giornata.

Schau zur Seite

Schau zur Seite. Der gelbe Sockel
klingt nicht mehr. Erbitterter
das nicht mehr junge Geräusch.
Nutzlos ist überm Gras nun die Erinnerung,
bemalter Grabstein aus Kristall.

Nicht langsamer fließt von hier
volltönend der Ursprung,
mit lauter Stimme oder der Gipfel,
und es entblättern sich die Hyazinthen,

Du kommst! Die rasche Stunde,
sternförmiger Duft, diese kleinen
Ideen wie ein Talisman
in Inseln und alle Notwendigkeiten
fallen.
Eine Flöte fault
am schwachen Jahresende
das Lachen der Brust im unersättlichen Flügel
zum jähen trocknen Gestank der Zeit
der flachen Luft.

Gestern wie heute waren sie müde und
Keuchten, und im verstreuten Gesicht,
trocken und verwirrt, das leichte
stille Ende eines anderen Tages.

*

Se bianco udivi

Se bianco udivi ora vedi. Non più!
Misteriosamente due a due
caddero come si volsero bruni volti
i soli. E virilmente
come giù e giù acqua limpida
nel fondo da se stessa si strappa
da te io mi nascondo. Lambiva
la tua vita incerta una veste
inutilmente, una cara gioia nel folto
nuda voce uno scoglio.

Verdi iridi vende in un soffio
una nube a primavera
su una tempesta subitamente
rapida partendo.

Du hörtest die Weiße

Du hörtest die Weiße, nun siehst du sie. Nicht mehr!
Rätselhaft fielen sie beide
als zeigten die Sonnen
ihre braunen Gesichter. Und männlich,
wie am Grund klares Wasser,
entreißt sie sich dir in den Tiefen ihrer selbst,
vor dir verberge ich mich. Vergeblich streifte
ein Kleid dein ungewisses Leben, eine teure Freude
in der Dichte,
nackte Stimme ein Fels.

Grüne Iris verkauft
eine Wolke dem Frühling im Nu
und flieht
im nahenden Sturm.

Die Härten, die der Bach verschloss,
waren ein teurer Chor der ewig
geöffneten Zeichen, ein zarter keuscher Gesang
der Pappeln leewärts des Finken.

*

Rimane fra me e te

Rimane fra me e te questa sera
un dialogo come questo angelo
a volte bruno in dormiveglia
sul fianco. Non ti domando
né questo o quello, né come
da materne lacrime si risveglia
di notte il tuo pianto.

Se i tormenti sono tristi,
l’edera non è mattina o si colora.
Si vela o duole una viola
e dondola nube odorosa
su l’orizzonte lucida di brina.
Ecco quanto di tanta vana speranza resta
o fugge rapida o semplicemente,
silentemente accade.
I carnosi veli, i velli di bruma,
le origini stellate assalgono l’aria,
le tumide vene delle vie le ore.

Non l’eco rimbalza
due volte sulle rocce, su questo
prato, ove sono rosse, e, di rosso
in rosso, è vano il pallido velluto
ora rosa ora smosso.

Non si parla né triste né lieto;
e presto o tardi, perché a fior di labbro
gentilmente nel filo tenue dell’erba
tristemente lacerando si risveglia
la tua sera accanto, dolcemente
io ti domando.

Zwischen dir und mir

Zwischen dir und mir bleibt heut’ Abend
ein Zwiegespräch wie dieser
braune Engel, seitlich im Halbschlaf
ruhend. Ich frage dich nicht
dies oder jenes und nicht, wie
aus der Mutter Tränen nächtens
dein Weinen erwacht.

Wenn du dich quälst,
ist Efeu nicht Frühe oder färbt sich.
Ein Veilchen, verschleiert oder schmerzend
und es wiegt sich die duftende Wolke
am glänzenden Horizont aus Reif.
Das bleibt von vergeblicher Hoffnung
oder flieht rasch
oder ereignet sich in aller Stille.
Die fleischigen Segel, die Nebelvliese
gestirnte Ursprünge, Angreifer der Luft,
geschwollene Venen der Wege, die Stunden.

Kein Echo hallt
zwei Mal in den Felsen, auf dieser
Wiese, wo Rot ist und von Rot zu Rot,
vergeblicher der blasse Samt
bald rosa, bald aufgewühlt.

Man spricht weder traurig noch heiter;
früh ist es oder spät, denn nah und freundlich
erwacht im Reißen des zarten Halms
neben mir traurig dein Abend, zärtlich
frage ich dich.

*

Perpendicolarmente a vuoto

Perpendicolarmente a vuoto
tracce erano, limiti, e da questa parte
il vento, in prati ove non si odono
cose di cui non mi ricordo;
e sai quanto noioso un ramo
era e mi guida e dall’aria
mi divide che non amo. Più non riconosco
una larvata presenza di essere,
un’usanza di crescere e non basta:
se mi soffermo un poco un soffio
era già troppo e il resto. Sinuoso
e sveglio un vano respiro d’albero
corrompe me pure in una dolcezza varia.
Una levigatezza che apparve nello spazio
soffre il vuoto, il disordine, il discendere
dell’età morente. Un alito ricrebbe nella guazza.

I sottintesi richiami un respiro d’aria,
una solitudine già odono.

Nella nebbia, per quanto so
ora, come in questa, è partita
la tua presenza dalla grazia
come la sofferenza dalla veglia
del suo volo.

Senkrecht in der Leere

Senkrecht in der Leere
Spuren waren es, Grenzen, und auf dieser Seite
der Wind, auf Wiesen wo man nichts hört,
dessen ich mich nicht entsinne;
und weißt du, wie lästig ein Zweig war,
und er leitet mich und scheidet mich von
der Luft, die ich nicht liebe. Eine verhüllte
Gegenwart des Seins erkenne ich nicht mehr,
die Gewohnheit des Wachsens und nicht genug:
wenn ich stehen bleibe, war schon ein Atemhauch
zu viel und der Rest. Gewunden und wach
zerrüttet mich das vergebliche Atmen der Bäume
in ihrer mannigfaltigen Süße.
Eine Glätte die im Raum erscheint,
erleidet die Leere, die Unordnung, das Sinken
des sterbenden Alters. Ein Atem aufersteht aus Tau.

Die selbstverständlichen Rufe, ein Atemholen
eine Einsamkeit hören sie schon.

In einem Nebel wie diesem, soviel weiß ich
nun, ist deine Gegenwart
aus der Gnade gefallen
wie das Leiden aus dem Wachen
seines Flugs.

______________________________
_wsb_350x488_Cover+IV+2008

Una selezione di testi di Lorenzo Calogero nella traduzione di Stefanie Golisch, preceduta da un saggio introduttivo sulla figura e l’opera del poeta calabrese, è apparsa nella rivista Kalliope. Zeitschrift für Kunst und Literatur. Heft IV/2008.
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Il ritratto di Lorenzo Calogero è tratto dal sito www.lorenzocalogero.it.
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17 pensieri riguardo “Gedichte (II) – Lorenzo Calogero nella traduzione di Stefanie Golisch”

  1. Che bellissima e straordinaria coincidenza! Questa notte ho letto nel bel saggio di Ercolani un frammento di Calogero e mi sono chiesto: “Ma chi sarà mai questo bravissimo poeta?”. Confesso che non ne avevo mai sentito parlare. Sono andato immediatamente alla ricerca di sue cose su Internet, allora, ed ho trovato moltissimi testi, ricordi struggenti di Sinisgalli, recensioni di Montale, Roversi: tutti concordi nel dire che si tratta di un autore di grandissima levatura ma purtroppo colpevolmente ignorato in vita ( e in fondo anche in morte) dalla critica italiana. Grazie a Rebstein per queste continue illuminazioni!

  2. Commossa, caro Francesco, ringrazio te e Stefanie per questo dono che, una volta tanto, rende giustizia a un grande poeta e alla sua terra così spesso massacrata.

    un bacio a entrambi
    jolanda

  3. Ah, Calogero! Che gioia vederlo tradotto! Credevo fosse impossibile, data la natura sfuggente e ed elusiva della sua poesia. E invece si può. La lingua tedesca, che non conosco, restituisce una incredibile musicalità.
    Grazie a Stephanie.
    Marco

  4. meraviglia. Lorenzo Calogero è una calamità. calamità di fiori e rovi. perfettamente, senza filtri, senza maschere o menzogne, con una purezza insopportabile e fatale, poesia e vita coincidono. miracolo maledetto.
    un grazie commosso
    ilaria

  5. Folgorante lettura, e traduzione,
    I miei complimenti a Stefanie!Il mio amore incondizionato ad una POESIA GRANDISSIMA.
    Le inversioni, i passaggi carnali e in stato di grazia, sempre.
    Bella scelta, Francesco!, GRAZIE.
    MARIA pIA Q

  6. Ammirazione, gratitudine, commozione.
    Amelia mi parlava spesso di Lorenzo Calogero…
    Un saluto affettuoso per Stefanie e Francesco Marotta
    e anche alla memoria di Lorenzo Calogero e Amelia…

  7. Una raccolta preziosa, da tenere sempre vicino!
    Conosco molto bene l’impegno appassionato e la dedizione di Stefanie alla poesia, a dare voce soprattutto a coloro che non sono stati riconosciuti, anime tormentate, ma solo ombre o trasparenti presenze per il mondo. La memoria è il migliore risarcimento da offrire loro.
    Solo quando ci si mette in intima relazione con il poeta si può raggiungere un tale livello di traduzione.
    Grazie a Stefanie e a Francesco.
    m.

  8. Che bello, che sussulti, che respiro questi Poeti Calabresi! Sincopato è il verso, nel suo interno, come la loro “parlata aspirata”.
    Dolci e aspri, come la terra di Calabria che tanto io amo.
    Grazie a Lorenzo Calogero per aver lasciato i suoi DONI così palpitanti di vita. Marlene
    ps. Francesco, un giorno ti spiegherò il motivo.. di così tanto amore.

  9. Verde amara si confonde l’eco
    di un’orma liquida col suo destino
    nel cavo folle, forse, o solo dentro le tue mani.

    Forse il melograno ancora trepido
    la nuda gioia viva era di un mito.

    Lorenzo Calogero

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