Archivi categoria: paul celan

Der Name Ossip

Es ist alles anders

ES IST ALLES ANDERS, als du es dir denkst, als ich es mir denke,
die Fahne weht noch,
die kleinen Geheimnisse sind noch bei sich,
sie werfen noch Schatten, davon
lebst du, leb ich, leben wir.

Die Silbermünze auf deiner Zunge schmilzt,
sie schmeckt nach Morgen, nach Immer, ein Weg
nach Rußland steigt dir ins Herz,
die karelische Birke
hat
gewartet,
der Name Ossip kommt auf dich zu, du erzählst ihm,
was er schon weiß, er nimmt es, er nimmt es dir ab, mit Händen,
du lost ihm den Arm von der Schulter, den rechten, den linken,
du eftest die deinen an ihre Stelle, mit Händen, mit Fingern, mit Linien,]

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Schibboleth

Schibboleth

Mitsamt meinen Steinen,
den großgeweinten
hinter den Gittern,

schleiften sie mich
in die Mitte des Marktes,
dorthin,
wo die Fahne sich aufrollt, der ich
keinerlei Eid schwor.

Flöte,
Doppelflöte der Nacht:
denke der dunklen
Zwillingsröte
in Wien und Madrid.

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…Rauscht der Brunnen

…Rauscht der Brunnen

Ihr gebet-, ihr lästerungs-, ihr
gebetscharfen Messer
meines
Schweigens.

Ihr meine mit mir ver-
krüppelnden Worte, ihr
meine geraden.

Und du:
du, du, du
mein täglich wahr- und wahrer-
geschundenes Später
der Rosen-:

Wieviel, o wieviel
Welt. Wieviel
Wege.

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Sprich auch du

Sprich auch du

Sprich auch du,
sprich als letzter,
sag deinen Spruch.

Sprich –
Doch scheide das Nein nicht vom Ja.
Gib deinem Spruch auch den Sinn:
gib ihm den Schatten.

Gib ihm Schatten genug,
gib ihm so viel,
als du um dich verteilt weißt zwischen
Mittnacht und Mittag und Mittnacht.

Blicke umher:
sieh, wie’s lebendig wird rings –
Beim Tode! Lebendig!
Wahr spricht, wer Schatten spricht.

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Seicentomila volte grazie

[…] Nur wahre Hände schreiben wahre Gedichte. Ich sehe keinen prinzipiellen Unterschied zwischen Händedruck und Gedicht. Man komme uns hier nicht mit “poiein” und dergleichen. Das bedeutete, mitsamt seinen Nähen und Fernen, wohl etwas anderes als in seinem heutigen Kontext. Gewiss, es gibt Exerzitien – im geistigen Sinne -, lieber Hans Bender! Und daneben gibt es eben, an jeder lyrischen Strassenecke, das Herumexperimentieren mit dem sogenannten Wortmaterial.
Gedichte, das sind auch Geschenke – Geschenke an die Aufmerksamen. Schicksal mitführende Geschenke.

[Soltanto mani autentiche possono scrivere poesie autentiche. Io non vedo nessuna differenza sostanziale tra una stretta di mano e una poesia. E non ci si venga a parlare di “poiein” e altre cose del genere. Perché ciò significava, con tutti gli annessi e i connessi, qualcosa di completamente diverso rispetto al suo attuale contesto. Esistono certamente degli esercizi – in senso spirituale – caro Hans Bender! E, in relazione ad essi, esiste ad ogni angolo di strada la sperimentazione senza limiti con il cosiddetto “materiale linguistico”.

Poesie sono anche doni.
Doni per le creature attente.
Doni carichi di destino.
]

(Da: Paul Celan, Brief an Hans Bender, in Über Paul Celan, a cura di D. Meinecke, Frankfurt am Main, 1970)

Il mondo da riprodurre balbettando (II) – di Dieter Schlesak

Il mondo da riprodurre balbettando.
La follia di Paul Celan

shoah
DIE NACHZUSTOTTERNDE WELT,
bei der ich zu Gast
gewesen sein werde, ein Name,
herabgesschwitzt von der Mauer,
an der eine Wunde hochleckt.

jewdeath

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Il mondo da riprodurre balbettando (I) – di Dieter Schlesak

Il mondo da riprodurre balbettando.
La follia di Paul Celan

shoah
DIE NACHZUSTOTTERNDE WELT,
bei der ich zu Gast
gewesen sein werde, ein Name,
herabgesschwitzt von der Mauer,
an der eine Wunde hochleckt.

jewdeath

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Il pezzullo di db (XVIII) – Слух чуткий парус напрягает

[db]

Осип Эмильевич Мандельштам
Слух чуткий парус напрягает

das_horchende

 

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Paul CELAN nella lettura di H.G. GADAMER

Tratto da: Hans Georg Gadamer, Chi sono io, chi sei tu. Su Paul Celan, cura e traduzione di Franco Camera, Genova, Casa Editrice Marietti, “Collana di Filosofia”, I ed., 1989.
[Titolo originale: Wer bin Ich und wer bist Du? Ein Kommentar zu Paul Celans Gedichtfolge “Atemkristall”, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M., 1986]

***

Weggebeizt vom
Strahlenwind deiner Sprache
das bunte Gerede des An-
erlebten – das hundert-
züngige Mein-
gedicht, das Genicht.
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Omaggio al “Meridiano” – Stefano GUGLIELMIN

Omaggio al Meridiano

Respiro, il che significa direzione e destino. Mi si chiede perché scrivo, ed io rispondo, con Celan: perché respiro. Dico: respiro, e scrivo. Scrivo del verso che si contrae e si dilata, del verso-mantice che dà fiato al mio “20 gennaio”. Così facendo, il verso lo traduce in canto, muta quel tragico giorno in direzione e destino. E tuttavia nel canto, nel mio canto, direzione è destino. Per me scrivere è andare incontro, andare verso, tornare. Verso, ossia volgere, girarsi, così che andare lungo la direzione sia, anche, tornare nei pressi di dov’ero già stato. E, da qui, parlare. Fato ha la medesima etimologia; phatos: detto, sentenza, oracolo. E sorte: annodare, legare insieme. Dico: respiro, e annodo la lingua al presente, indicando una direzione, facendo il verso alla direzione. Guardo indietro, come l’angelo di Klee. Riconosco nelle macerie il mio destino. Inorridisco, in loro vedo intero il mio 20 gennaio, la mia “soluzione finale”. Eppure destino è bifronte. Il futuro è già qui, aperto. Direzione è destino nell’aperto della lingua. […]

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